Cerro Torre Westwand – 1. Solo Begehung durch Walter Hungerbühler
Am Dienstag, 9. Dezember 2008 Mittag erreicht der 44-jährige Schweizer Kletterer und Bergführer Walter Hungerbühler den Gipfel des Cerro Torres über die erstmals solo begangene Westwand, die Ferarri Route. Dies ist die erste solo Begehung auf den Cerro Torre ohne die Bolts von Cesare Maestri in der Compressor Route zu benutzen. In den steilsten Eislängen hat sich Wält selbst gesichert, den Rest der Route kletterte er seilfrei.
Für diese Begehung startet Walter Hungerbühler am Sonntag, 7. Dezember in El Chaltén, biwakiert am Playita, einem kleinen Sandsträndchen am hinteren Ende des Lago Electrico und erreicht am nächsten Tag über den Passo Marconi und den Circo de los Altares um 14.00 Uhr den Fuss der Westwand. Dort klettert er die ersten Seillängen der Ferrari Route bis unter den Helmo, wo er auf vier argentinische Bergsteiger trifft. Diese sind sehr froh, ihn zu sehen, da sie den Kocher vergessen hatten und dank Wält doch noch zu einer warmen Mahlzeit kommen. Vor Sonnenuntergang klettert Walter noch die schwere Helm-Länge. Nach einer fröhlichen Biwak-Nacht mit den Argentiniern verlässt Walter um 05.00 Uhr früh das Biwak, jümart die am Vortag fixierte Seillänge hoch und klettert die weiteren Mixed-Längen bis zur Headwall. Die zwei steilen Eislängen in der Headwall sichert er sich selber, seilt nach jeder Länge bis zum unteren Stand ab und jümart mit dem Rucksack wieder rauf. Nach der Headwall folgt die spektakuläre Länge durch die 30 m lange Ice-Höhle. Nach ein paar leichteren Stufen erreicht Wält die eigentliche Schlüssellänge der Tour. Diese Länge befindet sich in sehr guter Kondition, wurde diese doch bereits von mehreren starken Seilschaften verschiedener Nationalitäten begangen. Um 13.50 Uhr erreicht Walter Hungerbühler den Gipfel bei schönstem und windstillem Wetter, kurz nach vier französischen Kletterern.
Dank den vorausgegangenen Seilschaften waren die Abseilstellen in guter Kondition und zum Teil bereits eingerichtet. Da Walter seinen Kocher den Argentiniern überlassen hatte, dinierte und biwakierte er mit den Franzosen im Biwak am Fusse der Tour. Er erreichte das Dörfchen El Chaltén nach einem langen Marsch über den Marconi Pass und einer Nacht im Piedra del Fraile am Donnerstag, 11. Dezember 08.
Text: Michi Wyser
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